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Berliner Morgenpost, 19. Februar 2005:
»Träume werden wahr«

Ein Berliner Verein erfüllt die Wünsche schwerkranker Kinder

Von Maggie Riepl

Bis zum 17. Mai vergangenen Jahres war Marc Schumann ein richtiges Naturkind: immer an der frischen Luft, toben im Wald, Rad und Inliner fahren waren sein größter Spaß. Dann entdeckten die Ärzte einen bösartigen Hirntumor, groß wie ein Tischtennisball. Der damals Siebenjährige wurde noch am selben Tag notoperiert. Chemotherapie und Bestrahlungen folgten, und eine weitere Chemo steht an. »Dann wird man sehen …«, sagt seine Mutter. Die Zeit im Krankenhaus ist für Marc immer wieder schwer, er leidet unter Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen – aber es ist eben auch langeilig für den aufgeweckten Jungen, der viel lieber draußen herumtollen würde. Immer nur Fernsehen ist für Marc auf langweilig. Am liebsten lenkt er sich mit Computerspielen ab. Benjamin Blümchen, Strategie-, aber auch Lernspiele mag der Achtjährige, der seit seiner OP nicht mehr zur Schule gehen darf und dreimal die Woche zu Hause unterrichtet wird. Ein Laptop, neu oder gebraucht, um Spiele herunterzulanden, mit denen er sich ablenken kann, wäre sein größter  Wunsch.

Ebenso wie Marc begeistert sich auch Jonas Petersen (16) für die Natur. Er liebt es zu klettern und war von klein auf mit seinem Onkel und seinem Cousin im Paddelboot auf den Gewässern in Berlin und Umgebung unterwegs. Dann begannen plötzlich undefinierbare Schmerzen, zunächst in Armen und Beinen, dann im Rücken. Richtig schlapp fühlte sich der Gymnasiast, der das Graue Kloster in Wilmersdorf besucht. Eines Tages konnte er nicht mehr aufstehen. In letzter Minute kam er ins Krankenhaus, lag sechs Tage auf der Intensivstation des Virchow Krankenhauses: Nierenversagen, vergrößerte Leber, die schreckliche Diagnose: Leukämie. Es folgten sechs Chemoblöcke, anschließend mit andren erkrankten Jugendlichen eine vierwöchige Kur im Schwarzwald, um die Krankheit zu verarbeiten, aber auch »um endlich mal wieder was zu tun, was Spaß macht«, sagt Jonas. Langsam kommen seine Kräfte zurück. Und er hofft, in diesem Sommer endlich wieder aufs Wasser zu können. Sein sehnlichster Wunsch: ein eigenes Paddelboot. Mit kompletter Ausrüstung kostet das rund 2500 Euro. Doch vielleicht wird Jonas Traum Wirklichkeit.

Im Virchow Krankenhaus hatte er Maria Kohl kennen gelernt. Seit 15 Jahren ist die ehemalig Sängerin als Wunschfee im Einsatz. 1997 gründete sie die Privatinitiative Kinderträume e.V., die pro Jahr rund 100 lebensgefährliche erkrankten Kinder durch die Verwirklichung ihrer Träume neue Kraft und Lebensmut schenkt. »Es geht nicht um falsche Hoffnungen oder billigen Trost, sonder darum, Freude zu schwenken und den Kindern Vertrauen in eine Welt zu geben, in der das Unmögliche manchmal doch möglich wird«, sagt die 69 jährige.

Die Wünsche der meist krebskranken Kinder sind ganz unterschiedlich. Die 12 jährige Sarah würde gern Yvonne Catterfeld kennen lernen. Ann Christin (6) wollte mit dem Polizeiauto fahren. Laura (10) konnte nach Disneyland in Paris fliegen, weil Kinderträume e.V. den Ausflug finanzierte. Kaufwünsche sind meist einfacher zu erfüllen als teure Reisen. Am schwierigsten lassen sich Starwünsche erfüllen, obwohl Maria Kohl hartnäckig den Promis wie Arnold Schwarzenegger oder der Kelly Family hinterher telefoniert. Vertrösten lässt sie sich ungern: »Man weiß ja nie, wie viel Zeit den Kindern noch bleibt, ob es nicht doch einen Rückfall gibt.« Bei aller Freude, die sie durch ihren Einsatz ermöglich, sind es für sie immer wieder furchtbare Momente, wenn eines »ihrer« Kinder stirbt. Denn den sehnlichsten Wunsch der Kinder kann sie eben nicht erfüllen, und der lautet bei allen gleich: »Ich möchte wieder gesund werden.«

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